Paraphrasieren & Zusammenfassen

Zusammenfassung schreiben: Aufbau, Länge und Beispiel für Schule und Studium

AdeptWrite-RedaktionsteamAktualisiert 8 Min. Lesezeit

Eine Zusammenfassung gibt die Kernaussagen eines Textes in eigenen Worten, sachlich und deutlich kürzer wieder. Sie nennen zuerst Autor, Titel, Textsorte und Thema, schreiben im Präsens, setzen die Aussagen anderer in indirekte Rede und lassen Wertung, Zitate und Beispiele weg. Als Richtwert gilt etwa ein Fünftel bis ein Drittel der Länge des Originals.

Die kurze Antwort: Was gehört in eine Zusammenfassung?

Eine Zusammenfassung beantwortet in wenigen Absätzen die Frage: Was sagt dieser Text im Kern? Sie beginnt mit einem Einleitungssatz, der Autorin oder Autor, Titel, Textsorte, Erscheinungsdatum und Thema nennt. Danach folgen die wichtigsten Aussagen in der Reihenfolge des Originals, im Präsens, in eigenen Worten und ohne persönliche Meinung.

Ein Richtwert für die Länge: etwa ein Fünftel bis ein Drittel des Originaltextes. Eine feste Zahl, die überall gilt, gibt es nicht. Im Unterricht und in Prüfungen legt die Aufgabenstellung oder die Lehrkraft die Länge fest; bei einem kurzen Zeitungsartikel reichen oft sechs bis zehn Sätze.

Inhaltsangabe, Zusammenfassung, Exzerpt: Die Begriffe im Überblick

Im deutschsprachigen Raum werden die Wörter oft vermischt. Die folgende Tabelle zeigt, wie sie in Schule und Studium meist gebraucht werden. Maßgeblich ist immer die Vorgabe Ihrer Lehrkraft oder Dozentin.

BegriffWofür er meist stehtTypische Merkmale
InhaltsangabeZusammenfassung eines literarischen Textes (Erzählung, Roman, Drama) oder eines FilmsPräsens, sachlicher Stil, Handlungsverlauf, keine wörtliche Rede
ZusammenfassungVerkürzte Wiedergabe eines Sach- oder Zeitungstextes, auch OberbegriffKernaussagen, Argumentationsgang, indirekte Rede
ExzerptAuszug mit den für Ihre eigene Arbeit wichtigen Stellen, meist mit SeitenzahlenTeils wörtliche Zitate, Paraphrasen, Notizen zur Verwendung
AbstractKurzfassung einer wissenschaftlichen Arbeit, steht vor dem TextFragestellung, Methode, Ergebnis; oft 150 bis 250 Wörter
ParaphraseAussage in eigenen Worten, in ungefähr gleicher LängeBleibt nah am Original, ersetzt Wortlaut und Satzbau

Der Unterschied zur Paraphrase ist wichtig: Wer paraphrasiert, gibt eine Stelle gleich ausführlich mit anderen Worten wieder. Wer zusammenfasst, verdichtet. Mehr zur Paraphrase lesen Sie im Ratgeber Paraphrasieren: Bedeutung und Beispiele.

In fünf Schritten zur Zusammenfassung

  1. Text zweimal lesen. Beim ersten Mal verschaffen Sie sich einen Überblick, beim zweiten markieren Sie. Schlagen Sie unbekannte Wörter nach, bevor Sie schreiben.
  2. Schlüsselstellen markieren. Unterstreichen Sie Thesen, Begründungen und Schlussfolgerungen, nicht Beispiele, Zahlenreihen oder Ausschmückungen. Pro Absatz bleibt oft ein Satz übrig, der den Absatz trägt.
  3. Sinnabschnitte bilden. Geben Sie jedem Abschnitt in Stichworten eine Überschrift, etwa „Ausgangslage“, „Position der Befürworter“, „Gegenargument“, „Fazit“. So erkennen Sie den Gedankengang.
  4. Aus dem Gedächtnis formulieren. Legen Sie den Text zur Seite und schreiben Sie die Stichworte in ganzen Sätzen auf. Das schützt vor der Versuchung, Sätze des Originals mit wenigen Änderungen zu übernehmen.
  5. Prüfen und kürzen. Stimmt jede Aussage mit dem Original überein? Steht nichts darin, was nur Ihre Meinung ist? Ist die Länge angemessen? Streichen Sie Wiederholungen und Füllwörter.

Aufbau: Einleitungssatz, Hauptteil, Schluss

Einleitungssatz (Basissatz). Er nennt, was der Leser zur Einordnung braucht: Textsorte, Titel, Autor, Medium und Datum, Thema und die zentrale Aussage.

Im Zeitungsartikel „Mehr Platz für Fahrräder“ von Anna Berger, erschienen am 14. März 2026 in einer Regionalzeitung, geht es um den geplanten Ausbau der Radwege in einer mittelgroßen Stadt.

Hauptteil. Hier stehen die Kernaussagen in der Reihenfolge des Textes. Verbinden Sie die Sätze mit Konnektoren, damit der Gedankengang sichtbar bleibt: „zunächst“, „anschließend“, „dagegen“, „daraus folgt“, „abschließend“. Eine Übersicht finden Sie im Ratgeber Konnektoren im Deutschen.

Schluss. Ein Schlusssatz nennt das Ergebnis oder die Schlussfolgerung des Textes, zum Beispiel die Forderung der Autorin. Eigene Wertungen („Meiner Meinung nach ist der Artikel gelungen“) gehören nicht in die Zusammenfassung. Wird in der Aufgabe eine Stellungnahme verlangt, folgt sie als getrennter Teil danach.

Zeitform und indirekte Rede

Präsens. Zusammenfassungen stehen im Präsens, auch wenn der Originaltext im Präteritum erzählt. Vorzeitiges steht im Perfekt: „Der Bürgermeister kündigt an, dass die Stadt bereits im Vorjahr Geld bereitgestellt hat.“

Indirekte Rede. Wenn Sie wiedergeben, was Personen im Text sagen, nutzen Sie meist den Konjunktiv I. Er zeigt, dass es sich um eine fremde Aussage handelt. Ist die Form des Konjunktivs I mit dem Indikativ identisch, weichen Sie auf den Konjunktiv II aus.

OriginalZusammenfassung
„Wir bauen die Radwege bis 2028 aus.“Der Bürgermeister erklärt, die Stadt baue die Radwege bis 2028 aus.
„Die Händler fürchten Umsatzverluste.“Ein Verband warne, die Händler fürchteten Umsatzverluste.
„Es gibt zu wenige Stellplätze.“Anwohner bemängeln, es gebe zu wenige Stellplätze.

Bei „fürchten“ wäre der Konjunktiv I („fürchten“) mit dem Indikativ gleich, deshalb steht der Konjunktiv II „fürchteten“. In der Alltagssprache wird die indirekte Rede oft mit „dass“ und Indikativ gebildet; in Schule und Studium wird der Konjunktiv I in der Regel erwartet. Fragen Sie im Zweifel nach. Statt jeder Aussage ein „sagt“ voranzustellen, helfen Verben wie „betont“, „kritisiert“, „fordert“, „räumt ein“, „begründet“.

Länge: Wie kurz ist kurz genug?

Zwei Wege führen zur passenden Länge:

  • Anteil am Original: ein Fünftel bis ein Drittel. Ein Artikel von 600 Wörtern ergibt also grob 120 bis 200 Wörter. Das ist eine Orientierung, kein Gesetz.
  • Vorgabe in der Aufgabe: etwa „in höchstens 150 Wörtern“ oder „auf einer halben Seite“. Diese Vorgabe schlägt jede Faustregel.

Zählen Sie die Wörter nach dem Schreiben. Mit dem Werkzeug Wörter zählen sehen Sie Wörter und Zeichen sofort. Bei einer Aufgabe ohne Angabe gilt: lieber knapp und vollständig als lang und abschweifend.

Beispiel: Ein Zeitungsartikel in drei Längen

Als Ausgangstext dient ein kurzer, frei erfundener Beispielartikel.

Mehr Platz für Fahrräder (Beispieltext)
Der Stadtrat von Musterstadt hat beschlossen, das Radwegenetz bis 2028 auszubauen. Bürgermeister Jonas Keller erklärte, die Stadt wolle damit die Schulwege sicherer machen und den Autoverkehr in der Innenstadt verringern. Der Handelsverband äußerte Bedenken: Wenn Parkplätze wegfielen, könnten Kunden ausbleiben. Anwohner der Hauptstraße kritisierten zudem, dass es schon heute zu wenige Stellplätze gebe. Die Stadtverwaltung kündigte an, an den Radwegen Abstellanlagen und im Umland zusätzliche Parkflächen mit Busanbindung zu schaffen. Eine Bürgerversammlung im April soll die Pläne vorstellen.

Ein Satz: Der Stadtrat von Musterstadt will das Radwegenetz bis 2028 ausbauen, obwohl Handel und Anwohner wegen wegfallender Parkplätze Bedenken äußern.

Kurzfassung (drei bis vier Sätze): Im Artikel „Mehr Platz für Fahrräder“ geht es um den beschlossenen Ausbau des Radwegenetzes in Musterstadt bis 2028. Der Bürgermeister begründet ihn mit sichereren Schulwegen und weniger Autoverkehr in der Innenstadt. Der Handelsverband und Anwohner befürchten dagegen Kundenverluste und Parkplatzmangel. Die Verwaltung kündigt deshalb Abstellanlagen und Parkflächen im Umland an.

Ausführliche Fassung (sechs bis sieben Sätze): Der Zeitungsartikel „Mehr Platz für Fahrräder“ informiert über den Beschluss des Stadtrats von Musterstadt, das Radwegenetz bis 2028 auszubauen. Bürgermeister Jonas Keller erklärt, die Stadt wolle Schulwege sicherer machen und den Autoverkehr in der Innenstadt verringern. Der Handelsverband äußert Bedenken, weil mit wegfallenden Parkplätzen Kunden ausbleiben könnten. Auch Anwohner der Hauptstraße kritisieren, es gebe schon jetzt zu wenige Stellplätze. Als Reaktion kündigt die Verwaltung Abstellanlagen an den Radwegen sowie zusätzliche Parkflächen mit Busanbindung im Umland an. Die Pläne sollen bei einer Bürgerversammlung im April vorgestellt werden.

Was fehlt in den Fassungen bewusst? Die Namen aller Beteiligten (außer dem wichtigsten), Einzelheiten zu Ort und Zeit und jede Wertung. Was bleibt? Beschluss, Begründung, Einwände, Reaktion, Ausblick.

Vorher und nachher: Typische Fehler korrigieren

FehlerSchwachBesser
Falsche ZeitformDer Bürgermeister sagte, die Stadt wollte die Wege ausbauen.Der Bürgermeister erklärt, die Stadt wolle die Wege ausbauen.
WertungDer Artikel ist sehr einseitig und überflüssig.Der Artikel stellt vor allem die Sicht der Stadtverwaltung dar.
Zitat statt eigener Worte„Wir wollen die Schulwege sicherer machen“, sagt Keller.Keller nennt als Ziel sicherere Schulwege.
Zu viele DetailsAm 14. März um 18.30 Uhr tagte der Rat im Saal 2 und beschloss …Der Stadtrat beschließt …
Kein EinleitungssatzDie Stadt will Radwege bauen.Im Artikel „…“ von … geht es um …

Checkliste vor der Abgabe

  • Enthält der erste Satz Textsorte, Titel, Autor, Datum und Thema?
  • Steht alles im Präsens (Vorzeitiges im Perfekt)?
  • Ist fremde Rede im Konjunktiv I oder Konjunktiv II?
  • Gibt es keine eigene Meinung und keine wörtlichen Zitate?
  • Folgt die Reihenfolge dem Original, und sind die Übergänge mit Konnektoren klar?
  • Passt die Länge zur Vorgabe?
  • Sind Rechtschreibung und Kommasetzung geprüft?

Zusammenfassung, Abstract und Paraphrase im Studium

In Hausarbeiten und Abschlussarbeiten begegnen Ihnen drei Dinge, die ähnlich klingen:

  • Zusammenfassung einer Quelle: Sie dient dazu, in der Arbeit eine fremde Position knapp wiederzugeben, mit Quellenangabe. Auch eine sinngemäße Wiedergabe braucht einen Beleg, sonst liegt ein Plagiat vor. Mehr dazu unter Plagiat vermeiden.
  • Abstract: Eine Kurzfassung der eigenen Arbeit. Es nennt Fragestellung, Methode und Ergebnis. Einen Entwurf aus Ihren Notizen erzeugt der Abstract-Generator; er erfindet nach den Angaben des Tools keine Ergebnisse, Sie prüfen und überarbeiten ihn selbst.
  • Zusammenfassung am Ende der Arbeit: Sie fasst das Ergebnis zusammen und gehört zum Schlussteil; dafür gibt es den Ratgeber zum Fazit.

Ob und wie Ihr Fach Zusammenfassungen verlangt, regelt die Prüfungsordnung beziehungsweise das Merkblatt des Lehrstuhls. Halten Sie sich an diese Vorgabe.

Zusammenfassen mit AdeptWrite

Das Werkzeug Text zusammenfassen kürzt lange Texte in drei Formen: als Stichpunkte, als Absatz oder in einem Satz. Pro Durchlauf verarbeitet es bis zu 6.000 Zeichen, längere Texte teilen Sie in Abschnitte auf. Die Zusammenfassung stammt von einer KI und kann Nuancen verlieren oder Gewichtungen verschieben. Behandeln Sie sie deshalb als Entwurf: Vergleichen Sie jede Aussage mit dem Original, ergänzen Sie den Einleitungssatz und formen Sie die Wiedergabe von Äußerungen in Konjunktiv I um, wenn Ihre Aufgabe das verlangt.

Als Lernhilfe funktioniert es gut, erst selbst eine Fassung zu schreiben und dann mit der Ausgabe des Tools zu vergleichen: Welche Aussagen fehlen bei Ihnen, welche haben Sie zu ausführlich geschildert? Wenn Sie Sätze nur anders formulieren, aber nicht kürzen wollen, nutzen Sie Text umformulieren. Zum Schluss lohnt ein Durchgang mit der Grammatikprüfung, die Grammatik, Kommasetzung und Rechtschreibung korrigiert und jede Änderung markiert.

Wichtig: Wer in einer Prüfung oder Hausarbeit Texte von Dritten zusammenfassen lässt und als eigene Leistung abgibt, kann gegen die Regeln seiner Schule oder Hochschule verstoßen. Informieren Sie sich, was bei Ihnen erlaubt ist, und kennzeichnen Sie die Nutzung von Hilfsmitteln, wenn es verlangt wird. Stand der Hinweise zu den Werkzeugen: 2026-11-01.

Tools ausprobieren

Text zusammenfassen
Fasst lange Texte auf die Kernaussagen zusammen – als Stichpunkte, Absatz oder in einem Satz.
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Text umformulieren
Paraphrasieren in 7 Modi: Standard, Formell, Locker, Akademisch, Kreativ, Kürzen, Erweitern.
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Abstract-Generator
Entwirft aus Ihren Forschungsnotizen ein strukturiertes Abstract, das Sie anschließend überarbeiten.
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Wörter zählen (Wortzähler)
Zählt Wörter, Zeichen, Sätze und die Lesezeit Ihres Textes.
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Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte eine Zusammenfassung sein?

Als Faustregel etwa ein Fünftel bis ein Drittel des Originals. Bei einem Artikel mit 600 Wörtern sind das ungefähr 120 bis 200 Wörter. Gibt die Aufgabe eine Länge vor, etwa „höchstens 150 Wörter“, gilt diese Vorgabe. Zählen Sie nach dem Schreiben nach.

In welcher Zeitform schreibt man eine Zusammenfassung?

Im Präsens, auch wenn der Originaltext in der Vergangenheit steht. Vorzeitige Ereignisse stehen im Perfekt. Aussagen von Personen im Text geben Sie meist in indirekter Rede mit dem Konjunktiv I wieder, zum Beispiel: Der Bürgermeister erklärt, die Stadt baue die Radwege aus.

Was ist der Unterschied zwischen Inhaltsangabe und Zusammenfassung?

Inhaltsangabe nennt man in der Schule meist die Zusammenfassung eines literarischen Textes oder Films, Zusammenfassung die eines Sach- oder Zeitungstextes. Der Aufbau ist ähnlich: Einleitungssatz, Kernaussagen im Präsens, keine Wertung. Entscheidend ist, wie Ihre Lehrkraft die Begriffe verwendet.

Darf ich eine Zusammenfassung mit einem KI-Tool erstellen?

Technisch ja, ob es erlaubt ist, entscheiden Schule oder Hochschule. Prüfen Sie die Regeln und kennzeichnen Sie die Nutzung, wenn es verlangt wird. Lesen Sie das Ergebnis immer gegen das Original, denn automatische Zusammenfassungen können Aussagen verkürzen oder verschieben.

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