Wie wird die Lesezeit berechnet?
Das Tool zählt die Wörter und teilt sie durch eine angenommene Geschwindigkeit. Für das Lesen nimmt es drei Werte an: 150 Wörter pro Minute für langsames, 200 für mittleres und 250 für schnelles Lesen. Das mittlere Tempo wird als Standard angezeigt. Für das Sprechen setzt es 130 Wörter pro Minute an. Diese Zahlen sind feste Annahmen des Tools, keine Messung an Ihrem Text und keine Normwerte für das Deutsche.
Warum Redezeit länger dauert als Lesezeit
Wer vorträgt, liest nicht still, sondern formuliert deutlich, setzt Pausen, atmet und wartet auf Reaktionen. Deshalb liegt das Sprechtempo unter dem Lesetempo. Bei Referaten kommen Folienwechsel, Beispiele und Nachfragen dazu. Planen Sie lieber einen Puffer von einigen Minuten ein, als die Redezeit bis zur letzten Sekunde auszureizen.
Richtwerte für Referate
Die folgende Tabelle rechnet die Sprechzeit mit 130 Wörtern pro Minute um und rundet.
| Redezeit | ungefähre Wortzahl |
|---|---|
| 5 Minuten | 650 Wörter |
| 10 Minuten | 1.300 Wörter |
| 15 Minuten | 1.950 Wörter |
| 20 Minuten | 2.600 Wörter |
Sprechen Sie langsamer, etwa weil das Publikum Fachbegriffe aufnehmen muss, brauchen Sie weniger Text. Üben Sie den Vortrag einmal laut mit Stoppuhr, das ist die zuverlässigste Messung.
Grenzen der Schätzung
Menschen lesen unterschiedlich schnell. Fachtexte mit langen Komposita, Zahlen und Tabellen werden langsamer gelesen als ein lockerer Blogtext. Der Rechner kennt weder Ihr Publikum noch Ihren Stil. Auch Bilder, Zwischenüberschriften und Listen verändern die tatsächliche Dauer. Verstehen Sie das Ergebnis als grobe Orientierung. Für die Wortzahl allein nutzen Sie den Wortzähler, für Zeichen den Zeichenzähler.
Wenn der Text nicht in die Zeit passt
Ist das Manuskript zu lang, kürzen Sie mit dem Text-Kürzer oder fassen Sie es mit der Zusammenfassung zusammen. Ob ein Text auch leicht verständlich ist, zeigt die Lesbarkeitsprüfung.
Tipp für die Praxis
Wer eine Rede schreibt, sollte kurze Sätze wählen, denn Zuhörer können nicht zurückblättern. Lesen Sie den fertigen Text einmal laut und messen Sie die Zeit. Weicht sie stark vom Rechner ab, ist das Ihr persönliches Tempo, und das zählt mehr als jeder Durchschnitt.