Anschreiben nach DIN 5008: Format, Abstände und Schrift richtig wählen
DIN 5008 ist die Norm für das Schreiben und Gestalten von Texten, die in Deutschland für Geschäftsbriefe als Maßstab gilt. Ein Anschreiben nach DIN 5008 hat feste Zonen: Absender, Anschriftfeld, Datum, Betreffzeile, Anrede, Text, Grußformel. Die Norm ist eine Empfehlung, keine Pflicht. Genau messen Sie am besten mit einer geprüften Vorlage und dem aktuellen Normtext.
Die kurze Antwort: Muss ein Anschreiben DIN 5008 entsprechen?
Nein, aber es ist die übliche Orientierung. DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) ist eine Norm des Deutschen Instituts für Normung. Sie ist kein Gesetz, und kein Unternehmen darf Ihre Bewerbung allein deshalb ablehnen, weil ein Rand um einen Millimeter abweicht. Trotzdem erwarten Personalabteilungen in Deutschland ein Anschreiben, das ordentlich nach diesem Muster gegliedert ist: Absender oben, Empfängeranschrift, rechts oder darunter das Datum, dann Betreffzeile, Anrede, Text und Grußformel.
Dieser Ratgeber erklärt die Bausteine und gibt Richtwerte. Wo es um genaue Millimeterwerte geht, gilt der Normtext selbst. Die Norm erscheint beim Beuth Verlag und wird überarbeitet; die jüngste Ausgabe trägt das Jahr 2020. Frühere Ausgaben (etwa 2011) legten einzelne Maße anders fest. Verlassen Sie sich deshalb auf eine aktuelle, geprüfte Vorlage und nicht auf Zahlen aus alten Foren. Stand der Angaben in diesem Text: 2026-11-01.
Die Bausteine eines Anschreibens nach DIN 5008 auf einen Blick
| Baustein | Was hineingehört | Hinweis |
|---|---|---|
| Absender | Ihr Name, Straße, Postleitzahl, Ort; E-Mail und Telefonnummer | Steht im Briefkopf oder darunter, bei Bewerbungen oft als eigener Block |
| Anschriftfeld | Empfänger: Firma, Abteilung oder Ansprechperson, Straße, PLZ und Ort | Liegt so, dass die Anschrift im Fenster eines Umschlags sichtbar wäre |
| Datum | Ort und Datum | Ausgeschrieben („1. November 2026“) oder 01.11.2026 |
| Betreffzeile | Die Stelle, auf die Sie sich bewerben, ggf. Kennziffer | Ohne das Wort „Betreff“, nicht unterstrichen |
| Anrede | „Sehr geehrte Frau …,“ oder „Sehr geehrte Damen und Herren,“ | Komma, danach klein weiter (außer Substantiv) |
| Brieftext | Einstieg, Hauptteil, Schluss | Einfacher Zeilenabstand, Leerzeile zwischen Absätzen |
| Grußformel | „Mit freundlichen Grüßen“ | Ohne Komma danach |
| Unterschrift | Handschriftlich (Post) oder getippter Name | Platz für die Unterschrift lassen |
| Anlagen | Liste der Anlagen | Nach einer Leerzeile |
Wie der Brieftext inhaltlich aufgebaut wird, zeigt der Ratgeber Anschreiben schreiben.
Seitenaufbau: Ränder, Fluchtlinie, Anschriftfeld
Die Norm beschreibt ein Briefblatt mit festen Zonen. Für den praktischen Gebrauch genügen diese Grundsätze:
- Linker Rand und Fluchtlinie. Der Text beginnt an einer gemeinsamen linken Fluchtlinie. Üblich sind etwa 2,5 cm Abstand vom linken Blattrand; für die Anschrift gilt in der Norm ein etwas kleinerer Abstand. Rechter Rand: wenige Zentimeter, meist 2 cm oder etwas mehr.
- Anschriftfeld. Die Norm kennt zwei Formen. Form A setzt das Feld höher an, Form B tiefer (gemessen von der oberen Blattkante). Form B lässt oben mehr Platz für Briefkopf oder Absenderblock und ist bei Bewerbungen verbreitet. Die genauen Maße stehen in der Norm; prüfen Sie sie dort oder in einer aktuellen Textverarbeitungsvorlage.
- Absender bei Bewerbungen. Als Privatperson setzen Sie Ihren Absender oben auf die Seite. Eine einzeilige Rücksendeangabe über der Anschrift ist nur nötig, wenn Sie im Fensterumschlag versenden.
- Seitenumbruch. Vermeiden Sie, dass die Grußformel allein auf einer zweiten Seite steht. Das Anschreiben soll auf eine Seite passen.
Das Anschriftfeld hat nach der Norm eine begrenzte Zeilenzahl. Schreiben Sie die Anschrift ohne Leerzeilen und ohne Wörter wie „Firma“ oder „An“. Ein Beispiel:
Muster Maschinenbau GmbH
Personalabteilung
Frau Katrin Weber
Industrieweg 5
30453 Hannover
Bei Zustellung ins Ausland steht das Land in Großbuchstaben als letzte Zeile, bei Österreich „ÖSTERREICH“, bei der Schweiz „SCHWEIZ“.
Datum, Ort und Betreffzeile
Das Datum steht nach dem Anschriftfeld, in der Regel rechtsbündig oder an einer festen Position neben dem Informationsblock. Zwei Schreibweisen sind üblich: ausgeschrieben („1. November 2026“) oder zweistellig mit Punkten („01.11.2026“). Welche Form Ihre Vorlage vorsieht, richtet sich nach der Norm; wichtiger ist, dass Sie im ganzen Brief bei einer Schreibweise bleiben. Bei Bewerbungen im Inland ist die ausgeschriebene Form am besten lesbar.
Die Betreffzeile beginnt an der Fluchtlinie und enthält die Stelle:
Bewerbung als Industriekauffrau (m/w/d), Kennziffer 2026-114
Nach der Norm ist sie nicht unterstrichen und wird ohne das Wort „Betreff“ geschrieben; Fettdruck ist zur Hervorhebung erlaubt. Danach folgen mindestens eine Leerzeile und die Anrede. Warum die Stelle exakt wie in der Anzeige stehen soll, steht im Ratgeber Betreffzeile in der E-Mail.
Schrift, Größe und Zeilenabstand
Die Norm schreibt keine bestimmte Schriftart vor. Praktisch bewährt haben sich gut lesbare, ruhige Schriften.
| Merkmal | Empfehlung für Bewerbungen |
|---|---|
| Schriftart | Eine serifenlose Schrift wie Arial, Calibri oder Helvetica, oder eine klassische Serifenschrift wie Times New Roman oder Georgia; auf allen Geräten verfügbar |
| Schriftgröße | 11 oder 12 Punkt für den Brieftext; kleinere Größen sind schwerer lesbar. Nur die Rücksendeangabe über dem Anschriftfeld ist deutlich kleiner gesetzt |
| Zeilenabstand | Einfach (1,0) bis 1,15; Leerzeile zwischen Absätzen |
| Ausrichtung | Linksbündig (Flattersatz) ist am ruhigsten; Blocksatz nur mit Silbentrennung, sonst entstehen große Lücken |
| Hervorhebung | Sparsam; Fett nur für die Betreffzeile; auf Unterstreichen verzichten Sie besser |
| Farbe | Schwarz oder sehr dunkles Grau; ein dezenter Akzent im Briefkopf ist möglich |
Verwenden Sie dieselbe Schrift und dieselben Abstände in Anschreiben und Lebenslauf, damit die Unterlagen wie aus einem Guss wirken. Zum Lebenslauf lesen Sie Lebenslauf schreiben.
Anrede, Grußformel und Unterschrift
- Anrede: „Sehr geehrte Frau Weber,“ oder, wenn kein Name vorliegt, „Sehr geehrte Damen und Herren,“. Nach der Anrede folgt eine Leerzeile; der Text beginnt in der Regel klein. Hintergründe zu Titeln und neutralen Anreden finden Sie im Ratgeber Anrede in Briefen und Mails.
- Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“, ohne Komma dahinter, eine Leerzeile unter dem Text. Alternativen und Fallstricke behandelt Grußformeln am Ende einer E-Mail.
- Unterschrift: Zwischen Grußformel und getipptem Namen bleibt nach den Mustern der Norm Platz für die Unterschrift, meist etwa drei Leerzeilen. Bei der Bewerbung per Post unterschreiben Sie dort von Hand mit einem dunklen Stift; bei PDF-Versand genügt oft der getippte Name oder ein sauber eingefügter Scan.
- Anlagen: Nach einer Leerzeile steht „Anlagen:“ gefolgt von der Auflistung, etwa „Lebenslauf, Zeugnisse“. Die Norm kennt dafür feste Vermerke; eine einfache Liste ist bei Bewerbungen verbreitet.
Bewerbung per Post, per E-Mail und per Portal
Das Layout hängt davon ab, wie die Unterlagen ankommen.
Bewerbung per Post
Hier gilt das klassische Briefblatt in Form B: Papier DIN A4, weiß, mattes Papier, Druck einseitig, ungeknickt in einem Umschlag oder einer Bewerbungsmappe. Das Anschreiben liegt obenauf.
Bewerbung per E-Mail
Hier gibt es zwei Möglichkeiten, und beide kommen in der Praxis vor:
- Anschreiben als PDF-Anhang. Das Layout nach DIN 5008 steht im Anhang. In den E-Mail-Text schreiben Sie nur zwei bis vier Sätze: Anrede, Stelle, Hinweis auf die Anlagen, Grußformel.
- Anschreiben als E-Mail-Text. Dann entfallen Anschriftfeld und Datum; die Betreffzeile der Mail enthält die Stelle, danach folgen Anrede, Text und Grußformel mit vollständiger Signatur. Die Regeln dazu stehen im Ratgeber Geschäftliche E-Mail schreiben.
Benennen Sie die Datei so, dass die Personalabteilung sie wiederfindet, zum Beispiel „Hartmann_Anschreiben_Einkauf.pdf“. Halten Sie die Gesamtgröße der Anhänge klein; viele Postfächer begrenzen sie. Wie viel genau erlaubt ist, steht meist in der Anzeige.
Bewerbung über ein Portal
Online-Formulare bieten oft ein Textfeld statt eines Briefblatts. Dann zählt der Inhalt, nicht das Layout. Schreiben Sie kurz, mit einer Leerzeile zwischen den Absätzen, ohne Sonderzeichen und Tabellen, weil Formatierungen im Formular verloren gehen können. Lädt das Portal ein PDF, nutzen Sie Ihre DIN-5008-Vorlage.
Länge und Gliederung
- Eine Seite ist der Standard. Der Brieftext hat meist drei bis fünf Absätze.
- Grob passen bei 11 Punkt, einfachem Zeilenabstand und dem Adressblock etwa 250 bis 350 Wörter Brieftext auf die Seite. Das hängt von Schrift und Rand ab; prüfen Sie es in Ihrer Vorlage und zählen Sie bei Bedarf mit einem Wortzähler.
- Absätze: Einstieg (zwei bis drei Sätze), ein bis zwei Absätze zu Eignung und Motivation, Schlussabsatz. Zwischen den Absätzen steht eine Leerzeile, keine Einrückung.
- Zeilenlänge: Nicht zu breit; ein Rand von rund 2,5 cm links verhindert zu lange Zeilen.
Häufige Fehler beim Layout
| Fehler | Besser |
|---|---|
| Wort „Betreff“ vor der Betreffzeile | Weglassen; die Zeile steht für sich |
| Betreffzeile unterstrichen | Fett oder normal, ohne Unterstreichung |
| Leerzeilen in der Anschrift | Anschrift ohne Leerzeilen setzen |
| Datum fehlt oder steht ohne Ort | „Hannover, 1. November 2026“ oder nur Datum, aber immer vorhanden |
| Komma nach „Mit freundlichen Grüßen“ | Kein Komma |
| Schrift 9 Punkt, damit alles passt | Text kürzen statt Schrift verkleinern |
| Anrede mit Ausrufezeichen und Großschreibung danach | Komma, danach klein weiterschreiben |
| Verschiedene Schriften in Brief und Lebenslauf | Eine Schriftfamilie für alle Unterlagen |
| Datei heißt „Anschreiben_neu_final2.pdf“ | Name, Dokumentart und Stelle im Dateinamen |
Vorlage in Word oder LibreOffice einrichten
Die beste Methode, die Norm einzuhalten, ist eine Vorlage, die Sie einmal prüfen und dann wiederverwenden:
- Legen Sie ein neues Dokument im Format DIN A4 an und stellen Sie die Seitenränder ein (links etwa 2,5 cm, rechts etwa 2 cm, oben und unten nach Vorlage).
- Setzen Sie einen Rahmen oder eine Tabelle ohne Linien für Anschriftfeld und Informationsblock, damit Verschiebungen im Text die Lage nicht verändern.
- Legen Sie Absatzformate an: Brieftext 11 oder 12 Punkt, Betreffzeile fett, Anschrift ohne Absatzabstand.
- Vergleichen Sie die Maße mit der aktuellen Norm oder einer vertrauenswürdigen Vorlage, zum Beispiel der Ihrer Hochschule, Ihres Arbeitgebers oder der Bürosoftware, und notieren Sie die Prüfung.
- Speichern Sie als Vorlage (.dotx oder .ott) und als PDF zum Versand. Exportieren Sie vor dem Versand ein PDF, damit Schrift und Abstände auf anderen Geräten gleich bleiben.
Mit AdeptWrite das Anschreiben füllen und prüfen
Das Layout ist die eine Hälfte, der Inhalt die andere. Der Anschreiben-Generator macht aus Stelle, Unternehmen und Ihrer Erfahrung einen Entwurf des Brieftextes; die Modi sind Berufseinstieg, Berufserfahren, Praktikum, Standard und Formell. Er verarbeitet pro Durchlauf bis zu 6.000 Zeichen, liefert nur Text und kein DIN-5008-Layout. Die Ausgabe stammt von einer KI und ist ein Entwurf, den Sie gegen Ihre Unterlagen prüfen; das Werkzeug soll keine Erfahrungen, Abschlüsse oder Zahlen erfinden, Sie bleiben aber für jede Aussage verantwortlich.
Den fertigen Text fügen Sie in Ihre geprüfte Vorlage ein. Danach hilft die Grammatikprüfung bei Kommas, Grammatik und Rechtschreibung; sie markiert jede Änderung. Für die Begleit-E-Mail eignet sich E-Mail & Brief formulieren. Wie Sie den Brief inhaltlich aufbauen, lesen Sie in Anschreiben schreiben.
Checkliste: Layout vor dem Versand
- Steht das Anschriftfeld sauber, ohne Leerzeilen und ohne Fehler im Namen?
- Gibt es Absender mit Telefon und E-Mail?
- Ist das Datum vorhanden und aktuell?
- Enthält die Betreffzeile die Stelle (und Kennziffer), ohne „Betreff“ und ohne Unterstreichung?
- Passt der Text auf eine Seite bei mindestens 11 Punkt?
- Stehen Anrede mit Komma, Grußformel ohne Komma und Unterschrift am richtigen Ort?
- Sind Anlagen aufgeführt und tatsächlich angehängt?
- Ist die PDF-Datei sinnvoll benannt und nicht zu groß?
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Häufig gestellte Fragen
Ist DIN 5008 für ein Anschreiben Pflicht?
Nein. DIN 5008 ist eine Norm und kein Gesetz. Sie gilt aber als übliche Orientierung für Geschäftsbriefe in Deutschland, und ein danach gestaltetes Anschreiben wirkt ordentlich. Kleine Abweichungen führen nicht zur Ablehnung. Wichtiger sind Lesbarkeit, Vollständigkeit und eine Seite Länge.
Welche Schriftart und Schriftgröße passen für ein Anschreiben?
Die Norm schreibt keine Schriftart vor. Üblich sind gut lesbare Schriften wie Arial, Calibri oder Times New Roman in 11 oder 12 Punkt, mit einfachem Zeilenabstand. Kleiner als 11 Punkt sollte der Brieftext nicht sein. Verwenden Sie in Anschreiben und Lebenslauf dieselbe Schrift.
Wo steht das Datum im Anschreiben?
Das Datum steht nach dem Anschriftfeld, meist rechtsbündig oder neben dem Informationsblock, in der Form „Hannover, 1. November 2026“ oder „01.11.2026“. Die Betreffzeile folgt darunter. Die genaue Position hängt von der Vorlage ab; prüfen Sie sie anhand des aktuellen Normtexts oder einer verlässlichen Vorlage.
Brauche ich bei einer Bewerbung per E-Mail ein Anschriftfeld?
Nur im PDF-Anhang, wenn Sie dort ein vollständiges Anschreiben mitschicken. Steht das Anschreiben direkt im Mailtext, entfallen Anschriftfeld und Datum. Die Betreffzeile der E-Mail nennt die Stelle, danach folgen Anrede, Text, Grußformel und eine vollständige Signatur mit Kontaktdaten.
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