Kommaregeln im Deutschen: die wichtigsten Regeln mit Beispielen und Test
Ein Komma setzen Sie in Aufzählungen, vor und nach Nebensätzen, bei Einschüben, nach der Anrede im Satz und bei bestimmten Infinitivgruppen. Vor „und“ und „oder“ steht in Aufzählungen keins. Maßgeblich ist das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung. Diese Seite erklärt jede Regel mit Beispielen und endet mit Test und Lösung.
Die kurze Antwort: Wann setze ich ein Komma?
Im Deutschen steht ein Komma, wenn Sie Sätze, Satzteile oder gleichrangige Wörter voneinander abgrenzen. Die sechs wichtigsten Fälle:
- Aufzählung: zwischen gleichrangigen Teilen, aber nicht vor „und“ und „oder“.
- Nebensatz: Er wird vom Hauptsatz durch Komma getrennt, auch von hinten, wenn er mittendrin steht.
- Infinitivgruppe: Pflicht bei „um … zu“, „ohne … zu“, „statt … zu“, bei Abhängigkeit von einem Substantiv und bei einem Verweiswort; sonst freigestellt.
- Anrede und Ausruf: werden vom Satz abgetrennt.
- Einschub und Zusatz: werden vorn und hinten abgegrenzt.
- Entgegensetzung: vor „aber“, „sondern“, „doch“, „jedoch“.
Die Regeln stammen aus dem amtlichen Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung (Teil „Zeichensetzung“, Fassung 2024) und gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen. Das Komma ist ein Teil der Satzzeichen; alle anderen Zeichen finden Sie im Ratgeber Satzzeichen im Deutschen.
Regel 1: Komma in Aufzählungen
Gleichrangige Wörter, Wortgruppen oder Teilsätze trennen Sie durch Komma:
- Für den Umzug brauchen wir Kartons, Klebeband, Decken und Helfer.
- Sie arbeitet gründlich, schnell und zuverlässig.
- Er kam, sah und siegte.
Vor „und“, „oder“, „sowie“, „beziehungsweise“ (bzw.) sowie vor „entweder … oder“ und „sowohl … als auch“ steht kein Komma, wenn damit Wörter oder Wortgruppen verbunden werden: „Wir nehmen den Zug oder das Auto.“ „Sie spricht sowohl Deutsch als auch Türkisch.“
Anders ist es bei Gegensätzen: Vor „aber“, „sondern“, „doch“, „jedoch“ und „allein“ steht ein Komma: „Der Plan ist gut, aber teuer.“ „Nicht er, sondern sie hat gewonnen.“
Mehrere Adjektive vor dem Substantiv
Zwei gleichrangige Adjektive trennen Sie durch Komma: „ein kleines, gemütliches Café“. Eine Probe hilft: Lässt sich „und“ dazwischen setzen („klein und gemütlich“), steht ein Komma. Bildet das letzte Adjektiv mit dem Substantiv eine feste Einheit, steht keins: „ein roter Wollschal“, „das erste deutsche Fernsehprogramm“.
Regel 2: Komma vor und nach Nebensätzen
Ein Nebensatz ist ein Satz, der von einem anderen abhängt. Er beginnt meist mit einer Konjunktion wie „dass“, „weil“, „obwohl“, „wenn“, „als“, „ob“, „damit“, „bevor“, „nachdem“, „während“ oder mit einem Relativpronomen („der“, „die“, „das“, „welche“). Das Verb steht am Ende. Der Nebensatz wird immer durch Komma vom Hauptsatz getrennt:
- Ich hoffe, dass die Abgabe verschoben wird.
- Weil es regnete, fiel das Fest aus.
- Die Bewerberin, die im Mai angerufen hat, wurde eingeladen.
Steht der Nebensatz mitten im Hauptsatz, braucht er Kommas auf beiden Seiten: „Die Studentin, die ich gestern traf, schreibt gerade ihre Bachelorarbeit.“ Das schließende Komma wird oft vergessen. Prüfen Sie nach jedem Nebensatz, ob der Hauptsatz weitergeht, und setzen Sie dann das zweite Komma.
Auch Nebensätze mit „ob“, „wie“, „wann“, „warum“ (indirekte Fragen) werden abgetrennt: „Sie fragte, wann der Zug fährt.“
„Dass“-Sätze und das Komma davor
Der „dass“-Satz ist ein Nebensatz und wird deshalb vom Hauptsatz abgetrennt. Steht er hinten, steht das Komma direkt vor „dass“: „Ich hoffe, dass es klappt.“ Beginnt der Satz mit „dass“, steht das Komma am Ende des Nebensatzes: „Dass er kommt, freut mich.“
Regel 3: Komma bei Infinitivgruppen
Eine Infinitivgruppe ist ein Verb im Infinitiv mit „zu“ und weiteren Wörtern: „das Buch zu lesen“, „pünktlich anzukommen“. Das Komma ist hier seit der Rechtschreibreform weitgehend freigestellt. Es ist aber Pflicht in drei Fällen:
| Fall | Beispiel |
|---|---|
| Die Gruppe wird mit „um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“ oder „als“ eingeleitet. | Sie lernt täglich, um die Prüfung zu bestehen. |
| Sie hängt von einem Substantiv ab. | Er hatte den Wunsch, ins Ausland zu gehen. |
| Sie wird durch ein Verweiswort angekündigt oder wieder aufgenommen („es“, „daran“, „darauf“, „dies“). | Ich denke nicht daran, den Termin zu verschieben. |
In allen anderen Fällen dürfen Sie das Komma setzen oder weglassen: „Sie hofft(,) ihn bald zu sehen.“ Es empfiehlt sich, das Komma dann zu setzen, wenn der Satz sonst missverständlich ist: „Wir empfehlen, ihr zu helfen“ und „Wir empfehlen ihr, zu helfen“ meinen etwas anderes. Eine einheitliche Haltung im ganzen Text wirkt professioneller als ein Wechsel von Satz zu Satz.
Regel 4: Komma bei Anrede, Ausruf und Bejahung
Anreden, Ausrufe und Bekräftigungen werden vom Satz abgetrennt:
- Anrede am Anfang: Hallo, Frau Keller, schön, dass Sie da sind.
- Anrede im Satz: Ich danke Ihnen, Herr Weber, für die schnelle Antwort.
- Ausruf: Ach, das ist ja schade. Oh, wie schön!
- Bejahung, Verneinung: Ja, ich komme. Nein, das geht nicht.
In Briefen und Mails folgt nach der Anrede („Sehr geehrte Frau Keller,“) ein Komma, danach geht es klein weiter, außer es folgt ein Substantiv oder ein Eigenname. Mehr dazu im Ratgeber zur Anrede in Briefen und Mails.
Regel 5: Komma bei Einschub, Apposition und Zusatz
Einschübe und Zusätze, die man auch weglassen könnte, werden zu beiden Seiten abgegrenzt:
- Berlin, die Hauptstadt Deutschlands, hat rund 3,7 Millionen Einwohner.
- Herr Schmidt, Leiter der Abteilung, hat die Einladung unterschrieben.
- Das Seminar findet am Dienstag, dem 3. November, statt.
- Wir treffen uns in Zürich, der größten Stadt der Schweiz, zum Mittagessen.
Auch Wörter wie „nämlich“, „zum Beispiel“, „das heißt“, „insbesondere“ und „vor allem“ leiten Zusätze ein: „Er liebt Südfrüchte, zum Beispiel Mangos, sehr.“ Steht eine Abkürzung wie „z. B.“ oder „d. h.“ mitten im Satz, steht das Komma auch dahinter: „Wir buchen die Reise, d. h. die Flüge und das Hotel, im Januar.“
Bei Datum und Ort in Briefköpfen steht ein Komma zwischen Ortsangabe und Datum: „Hamburg, 01.11.2026“ oder „Hamburg, den 1. November 2026“. Zwischen Wochentag und Datum steht ebenfalls ein Komma: „am Freitag, 6. November“.
Regel 6: Komma vor „und“ und „oder“
Hier unterscheidet das Regelwerk klar:
- Verbinden „und“ oder „oder“ zwei gleichrangige Wörter oder Wortgruppen, steht kein Komma: „Tee oder Kaffee“, „Sie ging ins Kino und aß Popcorn.“
- Verbinden sie zwei vollständige Hauptsätze, ist das Komma freigestellt: „Er arbeitet(,) und sie studiert.“ Setzen Sie es, wenn der Satz dadurch klarer wird.
- Verbinden sie zwei gleichrangige Nebensätze, steht kein Komma: „Ich weiß, dass er kommt und dass er bleibt.“
- Folgt nach „und“ ein neuer Nebensatz zu einem anderen Hauptsatz, steht das Komma wieder: „Ich glaube, dass er kommt, und ich hoffe, dass er bleibt.“ Hier trennt das Komma zwei unabhängige Satzgefüge.
Häufige Kommafehler
| Fehler | Falsch | Richtig |
|---|---|---|
| Komma vor „und“ in Aufzählungen | Wir kaufen Brot, Käse, und Obst. | Wir kaufen Brot, Käse und Obst. |
| Komma zwischen Subjekt und Prädikat | Die Kollegin aus Wien, hat angerufen. | Die Kollegin aus Wien hat angerufen. |
| Komma vor „als“ oder „wie“ im Vergleich ohne Verb | Er ist größer, als ich. | Er ist größer als ich. |
| Komma bei Vergleich mit Nebensatz | Er ist größer als ich dachte. | Er ist größer, als ich dachte. |
| Fehlendes zweites Komma beim eingeschobenen Nebensatz | Das Buch, das ich las war spannend. | Das Buch, das ich las, war spannend. |
| Komma nach „dass“ statt davor | Ich glaube dass, er kommt. | Ich glaube, dass er kommt. |
| Komma bei „denn“ vergessen | Ich bleibe zu Hause denn es regnet. | Ich bleibe zu Hause, denn es regnet. |
| Komma bei Infinitiv mit „um … zu“ vergessen | Sie lernt um die Prüfung zu bestehen. | Sie lernt, um die Prüfung zu bestehen. |
Eine bewährte Testfrage lautet: Hat der Teil, den ich abtrennen will, ein eigenes konjugiertes Verb? Wenn ja, ist es fast immer ein Satz und braucht ein Komma.
Test mit Lösung: Kommas setzen
Setzen Sie die fehlenden Kommas.
- Ich weiß dass du kommst.
- Sie kaufte Äpfel Birnen und Pflaumen.
- Der Zug der um 8 Uhr abfährt hat Verspätung.
- Er lernt täglich um die Prüfung zu bestehen.
- Ich danke Ihnen Frau Keller für die schnelle Antwort.
- Das Buch war teuer aber spannend.
- Sie sagte dass sie kommt und dass sie bleibt.
- Am Dienstag dem 3. November beginnt das Seminar.
Lösung:
- Ich weiß, dass du kommst.
- Sie kaufte Äpfel, Birnen und Pflaumen.
- Der Zug, der um 8 Uhr abfährt, hat Verspätung.
- Er lernt täglich, um die Prüfung zu bestehen.
- Ich danke Ihnen, Frau Keller, für die schnelle Antwort.
- Das Buch war teuer, aber spannend.
- Sie sagte, dass sie kommt und dass sie bleibt. (Kein Komma vor dem zweiten „dass“ nach „und“.)
- Am Dienstag, dem 3. November, beginnt das Seminar.
Haben Sie mindestens sechs Sätze richtig? Dann sitzen die Grundregeln. Bei Fehlern lesen Sie den Abschnitt zur jeweiligen Regel noch einmal.
Kommas im Schul-, Studien- und Berufsalltag
In Schule und Studium zählen fehlende oder falsche Kommas als Zeichensetzungsfehler. Wie streng das gewertet wird, regeln die Bundesländer, Schulen und Hochschulen unterschiedlich; fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Lehrkraft oder in den Hinweisen Ihres Lehrstuhls nach. Im Beruf wirkt ein sauber gesetztes Komma professionell: In Bewerbungen, Geschäftsbriefen und Mails fallen Kommafehler auf, vor allem bei „dass“, bei der Anrede und bei Einschüben. Wie Sie Anschreiben und Mails aufbauen, finden Sie in den Ratgebern zum Anschreiben und zur geschäftlichen E-Mail.
Kommas prüfen mit AdeptWrite
Die Grammatikprüfung von AdeptWrite korrigiert Grammatik, Kommasetzung und Rechtschreibung mit KI und markiert jede Änderung, damit Sie sie einzeln übernehmen oder ablehnen können. Fügen Sie den Text ein, starten Sie die Prüfung und lesen Sie jede markierte Stelle an der passenden Regel auf dieser Seite nach. Die Prüfung verarbeitet bis zu 6.000 Zeichen pro Durchlauf; längere Texte teilen Sie auf.
Eine KI-Prüfung ist eine Hilfe, kein Ersatz für die Regelkenntnis. Sie kann bei verschachtelten Sätzen oder freigestellten Kommas anders entscheiden als Sie oder Ihre Lehrkraft; prüfen Sie jede Änderung selbst. Tippfehler und veraltete Schreibungen finden Sie zusätzlich mit der Rechtschreibprüfung, die direkt im Browser läuft. Verlässlich nachschlagen können Sie die Regeln beim Rat für deutsche Rechtschreibung, im Duden und im DWDS. Stand der Hinweise: 2026-11-01.
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Häufig gestellte Fragen
Steht vor „und“ ein Komma?
In Aufzählungen und zwischen gleichrangigen Wörtern nie. Zwischen zwei vollständigen Hauptsätzen ist es freigestellt. Zwischen gleichrangigen Nebensätzen steht keins. Nur wenn nach „und“ ein neuer Satz mit eigenem Nebensatz beginnt, den Sie vom vorherigen trennen möchten, setzen Sie es.
Wann ist das Komma bei „um … zu“ Pflicht?
Immer. Eine Infinitivgruppe mit „um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“ oder „als“ trennen Sie durch Komma ab, ebenso, wenn sie von einem Substantiv abhängt oder mit einem Verweiswort angekündigt wird. In anderen Fällen ist das Komma bei Infinitivgruppen freigestellt.
Muss ich vor „dass“ immer ein Komma setzen?
Ja, wenn der „dass“-Satz hinter dem Hauptsatz steht. „Dass“ leitet einen Nebensatz ein, und Nebensätze werden durch Komma vom Hauptsatz getrennt: „Ich hoffe, dass es klappt.“ Beginnt der Satz mit „dass“, steht das Komma am Ende des Nebensatzes: „Dass er kommt, freut mich.“
Kann die Grammatikprüfung von AdeptWrite Kommas setzen?
Ja, sie korrigiert Grammatik, Kommasetzung und Rechtschreibung mit KI und markiert jede Änderung, bis zu 6.000 Zeichen pro Durchlauf. Das Ergebnis ist ein Vorschlag, keine Garantie: Prüfen Sie jede Änderung selbst, besonders bei freigestellten Kommas und langen Sätzen.
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